Contra - "Auch die CDU hat die Schließung von Tempelhof und Tegel beschlossen"
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Pro - "Auch die CDU hat die Schließung von Tempelhof und Tegel beschlossen"
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Mit der deutschen Einheit endete die
Insellage West-Berlins. Alle waren sich einig: Berlin muss die neue Freiheit
nutzen, um einen modernen und zukunftsfähigen Flughafen zu bauen. Darum sollen
die innerstädtischen Flughäfen geschlossen werden. Das beschlossen das Berliner
Abgeordnetenhaus und der Berliner Senat des Regierenden Bürgermeisters Eberhard
Diepgen (CDU) in den Jahren 1994, 1996, 1998 und 1999. Mit diesen Beschlüssen
wurde demokratisch legitimiert, den Flughafen Tempelhof zu schließen, sobald
der Weg für den Flughafen Schönefeld frei ist.
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Zur Erinnerung: Nach der Wiedervereinigung
wurde die Fusion der Länder Berlin und Brandenburg diskutiert. Der damalige
Vorstandschef der Lufthansa AG hatte die Vorstellung, dass ein
„Single-Airport“ für Berlin eine gute Lösung wäre.
Unter der Voraussetzung, dass die beiden Bundesländer fusionieren
und der Bau des Flughafens BBI von Privatinvestoren finanziert wird,
hat man der Schließung der innerstädtischen Berliner Flughäfen
zugestimmt.
Die Privatinvestoren sind ausgeblieben, die Länderfusion ist nicht erfolgt.
Die Grundlagen für die Zustimmung zur Schließung von Tempelhof und Tegel
sind entfallen.
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Durch die Schließung der innerstädtischen
Flughäfen werden fast 800.000 Berliner und Berlinerinnen von Lärm und der
Gefährdung durch den Flugverkehr befreit. |
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Falsch: Die Zahl der Menschen, die vom Fluglärm am Tage von
mehr als 55dB bis 60 dB betroffen ist, liegt bei 133.100, des nachts bei 61.400!
Von einer Fluglärmbelästigung von über 60 dB sind weitere 118.200 Berliner betroffen.
Insgesamt sind es 251.300 Berliner, die durch den Flugbetrieb von Tempelhof und Tegel
beeinträchtigt sind. Diese Zahlen veröffentlicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
in ihrem „Digitalen Umweltatlas“. Nachzulesen unter
http://www.stadtentwicklung.berlin.de.
Es handelt sich hier um eine grobe Irreführung des Wählers!
Die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr ist ungleich höher.
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Die Gefährdung ist in Tempelhof besonders
hoch. Hier fehlen Überrollflächen und Bodenradar. Die Sicherheitszone des
Flughafens befindet sich teilweise im Wohngebiet in Neukölln. Dort ereignete
sich im Jahr 2001 auch der letzte Absturz eines Privatflugzeuges, das in
einen Hinterhof in der Neuköllner Karl-Marx-Straße stürzte. Tempelhof wird von
vielen Privatfliegern angeflogen, denen die Erfahrung von Berufspiloten fehlt.
Kleinflugzeuge verursachen in Deutschland mehr als sieben Mal so viele Unfälle
wie größere Maschinen. Einen innerstädtischen Flughafen zu schließen, verringert
das Risiko eines Flugzeugabsturzes auf Wohnhäuser, minimiert Fluglärm und gewinnt
attraktive Flächen für die Stadt zurück. |
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Ebenso verzerrt ist die
Aussage zur Gefährdung durch den Flughafen. Während in den Jahren 1992 bis 2006
auf dem Flughafen Tempelhof 744.966 Starts und Landungen gezählt wurden,
gab es in diesem Zeitraum (14 Jahre) nur einen Unfall. In einem vergleichbaren
Zeitraum nämlich in den Jahren 1993-2007 sind auf den Berliner Straßen 1.434
Menschen ums Leben gekommen!
Ein Bodenradar ist nur notwendig, wenn so dichte Bodennebellagen herrschen, dass
eine Sicht für die Piloten zum sicheren Rollen des Flugzeuges ausgeschlossen ist.
Das Bodenradar macht auch nur dann Sinn, Wenn es sich um einen ILS CAT III 2
Anflug handelt, wie am z.B. Airport Frankfurt/Main oder London, wo das Flugzeug
ausschließlich vom Autopiloten gelandet wird und es den Piloten untersagt ist,
selbst das Flugzeug unter diesen miserablen Wetterbedingungen zu steuern.
Diese Bedingungen treffen auf den Flughafen Tempelhof NICHT zu und sind auszuschließen. |
Deshalb werden weltweit
innerstädtische Flughäfen geschlossen – ob in Hongkong, Chicago, Athen,
München, Jakarta oder Liverpool. |
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Die Gründe für die Schließung
innerstädtischer Flughäfen in den genannten Beispielen werden nicht genannt.
Wir wissen, dass
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Hongkongs Landmasse etwa 23 % größer als die
Stadtfläche von Berlin ist. Davon sind jedoch lediglich 25%
urbanisiert! Die Bevölkerungsdichte ist mit 6.355 Einwohner pro km²
fast doppelt so groß wie in Berlin. Bezogen auf die urbanisierte
Landfläche, ist die Bevölkerung sogar 8x größer und beträgt somit
24.420 Einwohner/km².
Das Land ist weitestgehend bergig und besteht aus 262 Inseln.
Der Flughafen Chek Lap Kok ist einer der wichtigsten Flughäfen Asiens und wird von
zahlreichen Flughäfen Europas aus direkt angeflogen. Er ist Heimatflughafen mehrerer
Fluglinien, darunter Cathay Pacific und Dragon Air. Chek Lap Kok wurde im Jahre 1998
eröffnet, um den früheren, sehr schwierig anzufliegenden Flughafen Kai Tak abzulösen.
Die Errichtung kostete etwa 15 Milliarden Euro und damit fast 8x
soviel wie die veranschlagten Kosten für BBI. Eine hervorragende
Verkehrsanbindung sorgt dafür, dass die Fahrtzeit zum neuen
Flughafen unwesentlich länger ist als nach Kai Tak, obwohl sich Kai Tak in Kowloon, mitten
im Victoria Harbour befand, während Check Lap Kok weit außerhalb der Stadt
(ca. 31 Kilometer) auf der z.T. abgetragenen und durch Aufschüttungen vergrößerten
Insel Lantau liegt.
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Das Meigs Field war ein Flughafen auf einer
Halbinsel im Michigansee vor Chicago und der kleinste Flughafen von
insgesamt drei Flughäfen. In einer umstrittenen Aktion
veranlasste Bürgermeister Richard M. Daley am 30. März 2003,
mitten in der Nacht, die Zerstörung der Landebahn. Mit schwerem
Gerät wurden große „X“ in die Landebahn gegraben.
Da weder die Federal Aviation Administration (FAA) noch die
Eigentümer der sich am Boden befindenden Flugzeuge informiert
worden war, befanden sich nach dieser Aktion 16 Flugzeuge auf
dem Flugplatz, ohne dass dieser über eine intakte Startbahn
verfügte. Später erlaubte man diesen Flugzeugen von der Rollbahn aus
zu starten.
Die Stadt Chicago wurde später durch die FAA zu einer Strafe in Höhe
von mehreren Millionen US Dollar verurteilt.
Letztendlich fertigt der Internationale Flughafen Chicago O’Hare 70
Millionen Passagiere auf 6 Runways ab. Daneben existiert der
Flughafen Chicago-Midway, der auf 5 Runways (die allesamt kürzer
sind als in Tempelhof) 18.814.530 Millionen Passagiere abfertigt.
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Das Planfeststellungsverfahren für den neue
Flughafen München wurde bereits 1974 beantragt. 1992 wurde dann der
neue Airport in Betrieb genommen, mithin drei Jahre bevor der Boom
der Billig-Airlines ihren Siegeszug antraten.
Aus damaliger Sicht war die Entwicklung des Luftverkehrs in diesen
Dimensionen nicht abzusehen. Nach mehrmaligen Planungsänderungen
beträgt die heutige Kapazität 50 Millionen Passagiere, bei derzeit
35 Millionen abgefertigten Passagieren.
Der Airport beschäftigt 27.400 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen
(Stand: 01.07.2006).
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Jakarta ist ebenfalls ein untaugliches Argument
und die Einwohner Berlins sollen auch hier veräppelt werden!
Der Flughafen Jakarta ist 1984 (vor 24 Jahren) gebaut worden. Er
fertigte 2001 knapp 12 Millionen und bereits 2006 30 Millionen
Passagiere ab. Insgesamt sind durch weiteren Ausbau heute 4 Runways
in Betrieb. Diese Möglichkeiten wird BBI nie haben, da ein weiterer
Ausbau über die genehmigten zwei Start- und Landebahnen hinaus bau-
und planungstechnisch am Standort Schönefeld nicht möglich ist.
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Liverpool hat seit 1930 ein und den selben
Flughafen! Auch hier ein durchsichtiger Versuch, Berliner Wähler in
die Irre zu führen. Richtig ist, dass der Flughafen nach
umfangreichen Erweiterungsarbeiten in den Jahren 1966, 1986 und 2000
dann 2002 von "Speke Airport" in "John Lennon Airport" umbenannt wurde.
Seit 2006 wird die südliche Runway erneuert und mit einem neuen ILS
Cat III Landesystem nachgerüstet. Die Passagierzahlen sind von 1998
(875.000) um 570% auf 4,96 Millionen (2006) geradezu explodiert.

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